Seit langem können Betriebe bei Auszubildenden nicht mehr „aus dem Vollen“ schöpfen, die Zeiten des "Selbstläufers" Ausbildung sind vorbei. Auf der einen Seite steht der Wettbewerb um den Nachwuchs, auf der anderen Seite der Ruf nach Fachkräften, und zu allem die Tatsache, dass nach der Konjunkturbefragung vom Frühjahr 2024
- 27 % der Maler- und Lackierbetriebe nicht (mehr) ausbilden (Kleinbetriebe 43 %).
- 22 % sind es im Fahrzeuglackierhandwerk (Kleinbetriebe 64 %).
Neu ist die ganze Diskussion nicht - die Attraktivität einer handwerklichen gegenüber einer akademischen Ausbildung brodelte schon vpr 40 Jahren.
Die Gründe für die Gesamtentwicklung sind vielfältig und beginnen schon mit der Nachkriegszeit. Ein ebenso großes Spektrum zeigen auch die Herangehensweisen, wie man Nachwuchs gewinnt. Dabei wird noch zu häufig nur auf eine Seite der Beteiligten geschaut - es ist aber eine Reflexion auf beiden Seiten nötig.
Ein Hauptargument ist immer wieder, dass die Ausbildung 'zu teuer' sei oder 'Auszubildende nur Geld kosten', doch das stimmt so nicht.
Bei einer fairen Betrachtung dürfen nicht nur die Kosten herangezogen werden, sondern auch die Wertschöpfung und Erträge, die Auszubildende bei einer guten und intensiven Ausbildung ab dem ersten Ausbildungstag erbringen können.
Natürlich unterscheiden sich die Kostenbelastungen durch Prüfungsgebühren oder bspw. die Vollverschulung (wie in Baden-Württemberg im ersten Ausbildungsjahr).
Die durchschnittliche Betrachtung nach den Tarifgebieten ? West, ? Ost und ? Berlin zeigt aber, dass sich eine Top-Ausbildung auch finanziell für den Betrieb "lohnt".


