Bundesfachgruppe Putz Stuck Trockenbau: Heinz Held verabschiedet sich

FRANKFURT. Nachdem er viele Jahre die Bundesfachgruppe geleitet hatte, stand Herr Heinz Held für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger wurde Ralf Leutner gewählt, die Stellvertretung übernimmt Anja Weigel aus Berlin.

Die Präsenzteilnehmer der Bundesfachgruppe, Oliver Köhler, Anja Brunnengräber, Heinz Held, Ralf Leutner, Jens Sprenger ( v. l. n. r. )

Die Bundesfachgruppe tagte Mitte April in Frankfurt und beschäftigte sich mit folgenden Themen:

  • Die horizontale Verwendung von WDVS (Untersichten) war früher in den WDVS-Zulassungen abgedeckt. Mit dem Aufkommen der dickschichtigen Systeme entfiel ab 2008 dieser Anwendungsbereich, da Zulassungen sich auf den vertikalen Anwendungsbereich beschränkten. Dadurch entstand eine baurechtliche Grauzone, weil dieser Anwendungsfall nicht weiter beschrieben wurde. Mittlerweile ist der Anwendungsfall "horizontale Verwendung" in Zulassungen bzw. allgemeinen Bauartgenehmigungen wieder berücksichtigt. Der VDPM hat hierzu Anfang des Jahres eine Information für Planer ? Link veröffentlicht, ein entsprechendes Merkblatt für den Handwerker ist in Vorbereitung.Hierüber ist in der Fachwelt ein Streit entbrannt, da die Notwendigkeit nicht gesehen wird, für jede horizontale Fläche ein nichtbrennbares WDVS aus Mineralwolle, welches auch noch durch das Gewebe gedübelt werden muss, zu verwenden. Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) hat zwar in einer Mitteilung vom Februar 2024 ? Link darauf hingewiesen, dass bei Gebäuden geringer Höhe nicht zwingend nichtbrennbare Dämmstoffe (auch an Untersichten) eingesetzt werden müssen, hat sich diesbezüglich aber nicht zur Frage der Standsicherheit geäußert. Kritiker weisen zurecht darauf hin, dass aus technischer Sicht und zumindest bei dünnschichtigen Systemen andere Ausführungen in der Vergangenheit auch funktioniert haben und es zu keinen Schäden durch Systemabstürze gekommen ist. Insofern ist der Aufwand jede horizontale Fläche mit den jetzigen Vorgaben der Zulassungen zu dämmen überzogen. Der andere Teil der Fachwelt empfindet den zusätzlichen Aufwand (Dübelung, Dämmstoffwechsel) im Hinblick darauf, dass dann auf der baurechtlich sicheren Seite gearbeitet wird, vertretbar.
  • Die DIN 18350 soll eine erweiterte Form der Abrechnung für Profile nach Stück erhalten
  • Dies gilt auch für die DIN 18345 Wärmedämmverbundsysteme, hier soll außerdem der Ausschreibende darauf hingewiesen werden, dass bei der Verwendung dünnschichtiger Systeme auf weichen oder nicht schleifbaren Dämmstoffen die Gefahr der Plattenabzeichnung besteht und bei hohen optischen Anforderungen besser auf mittel- oder dickschichtige Systeme zurückgegriffen werden soll. Beim Bundesverband werden Änderungsvorschläge zur beiden ATVen gesammelt.
     
  • Heinz Held hatte die erfolgreichen Seminare zur Verwendung von Putzmaschinen initiiert. 2025 sollen diese wieder stattfinden. Er stellt aber fest, dass auf den Baustellen die Verwendung von Putzmaschinentechnik überraschenderweise wieder rückläufig ist.