Die Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer (BFL) hat gemeinsam mit dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) die Thematik E-Mobilität im Werkstattprozess aufgegriffen und zusammen mit der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Frankfurt ein spezifisches Lehrgangsangebot erstellt. Für die BFL hat Dr. Albert Bill die fachmännische Organisation der Veranstaltung übernommen. Diesmal haben die eineinhalb-wöchige Qualifizierungsmaßnahme insgesamt neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Qualifikationsstufe 2S erfolgreich abgeschlossen, die sie für das Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen nach der DGUV 209-093 benötigen.
Schon zu Beginn der Veranstaltung waren sich die Beteiligten sicher: Der Funke ist übergesprungen. Mit großem Interesse folgten die Fahrzeuglackierer und Karosserie-Experten den theoretischen und praktischen Ausführungen der Seminarleiter. Die zentralen Fragen des Seminars, wie man etwa Fehlerquellen erkennt und ein E-Fahrzeug spannungsfrei schaltet, wurden ausführlich behandelt. Schließlich kann man als Werkstattmitarbeiter nicht einfach so an ein E-Fahrzeug herangehen wie beispielsweise bei einem Verbrenner: „Wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitern. Deshalb sollten Gewerbetreibende, die an Hochvoltfahrzeugen in der Werkstatt arbeiten, eine entsprechende Qualifikation vorweisen, damit sie ihre Mitarbeiter über Gefahren aufklären können“, erklärte Teilnehmerin Ann-Christin Wehlage und unterstrich, dass man in Bezug auf Stromstärke und Spannung gewisse Grundkenntnisse mitbringen sollte, um Gefahrensituationen zu vermeiden: „Deshalb war das Hochvoltseminar für mich sehr sinnvoll, weil wir Respekt vor der Materie bekommen haben und nun wissen, worauf wir in der Werkstatt im Umgang mit E-Fahrzeugen achten müssen. Außerdem bin ich jetzt in der Lage, unsere Mitarbeiter in der Stufe 1S zu unterweisen.“
Eigene Sicherheit steht immer im Vordergrund
Auch Lutz Prager aus Sachsen war vom Seminar begeistert: „Mir als Fahrzeuglackierer gibt das Hochvoltseminar Sicherheit. Ich kann nun für meinen Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung erstellen und meine Mitarbeiter praxisnah unterweisen. Durch das gelernte Know-How und die trainierten Fertigkeiten ist es mir jetzt möglich, ein Elektro- oder Hybridfahrzeug spannungsfrei zu schalten und das auch zu überprüfen.“
Für Arbeiten am Fahrzeug, wie Montage von Karosserieteilen, Instandsetzung und Lackierung muss man sich nach den Herstellervorgaben richten. Deshalb ist es unbedingt erforderlich zu wissen, wo Gefahren lauern könnten. „Das sind auch wichtige Aspekte der Arbeitssicherheit, die wir hier lernen. Ich halte es für unumgänglich, diese Qualifikation oder wenigstens die Grundlagen der Kfz-Elektrik/Elektronik in eine neue Ausbildungsverordnung für das Fahrzeuglackiererhandwerk mit einfließen zu lassen. Es ist wichtig Fachkräfte früh auf diese Technologie zu schulen“, stellte Prager fest und rät seinen Kolleginnen und Kollegen diese Schulungsmaßnahme in Anspruch zu nehmen.
Redaktioneller Hinweis: Auch für das kommende Jahr wird diese Qualifizierungsmaßnahme angeboten. Interessierte wenden sich einfach direkt per ?E-Mail an die BFL, um sich einen der begehrten Plätze für den Termin im kommenden Jahr zu sichern.

