Beim Thema Atemschutz im Fahrzeuglackierbetrieb steht häufig zunächst die Arbeit in der Lackierkabine im Fokus. Doch auch abseits davon gibt es im Werkstattalltag eines K&L-Betriebs zahlreiche Tätigkeiten, bei denen die Atemwege belastet werden können. Manche Gefährdungen werden dabei unterschätzt, weil sie nur kurzzeitig auftreten oder für das Auge kaum sichtbar sind.
Schleifen: Feinstaub nicht unterschätzen
Beim Schleifen instandgesetzter Karosserieteile, alter Lack- und Spachtelschichten oder Rostschutzgrundierungen entstehen feine Stäube, die tief in die Atemwege gelangen können. Bei älteren Fahrzeugen können zudem chromathaltige Altbeschichtungen vorkommen, die als krebserzeugend gelten. Je nach Beschichtung sind entsprechende Partikelfilter erforderlich:
Beim Schleifen chromathaltiger Beschichtungen werden in der Regel Partikelfilter der Klasse P3 eingesetzt. Bei vielen chromatfreien Beschichtungen kann je nach Gefährdungsbeurteilung auch ein P2-Filter ausreichend sein. Je nach Anwendung kommen FFP2-/FFP3-Masken oder Halbmasken mit P2- bzw. P3-Partikelfiltern zum Einsatz. Wichtig ist dabei der optimale Sitz der Maske. Stufenlos verstellbare Kopfbänder können dabei helfen, den Atemschutz individuell anzupassen.
Kleben und Abdichten: Isocyanate im Blick behalten
Auch beim Verarbeiten von Karosserieklebern und Dichtstoffen auf PU-Basis kann eine Belastung durch Isocyanate auftreten. Trotz verschärfter REACH-Verordnung sind entsprechende Produkte weiterhin im Einsatz. Dafür kommen, je nach Produkt und Gefährdungsbeurteilung beispielsweise Halb- oder Vollmasken mit Kombinationsfiltern wie A2P3, A2B2P3 oder geeignete Gebläsefiltergeräte zum Einsatz.
Unterboden- und Korrosionsschutz: Lösemitteldämpfe vermeiden
Unterbodenschutz und Korrosionsschutzwachse können lösemittelhaltig sein. Hier ist auf einen geeigneten A-Filter zum Schutz vor organischen Gasen und Dämpfen zu achten. Auch bei Reinigungsarbeiten mit speziellen Entfettern oder Silikonentfernern belasten lösemittelhaltige Produkte die Atemwege. Je nach eingesetztem Produkt und Gefährdungsbeurteilung kann beispielsweise ein A1- oder A2-Filter an einer Halbmaske geeigneten Schutz bieten.
Fazit: Atemschutz gehört zum gesamten Werkstattalltag
Ob Schleifen, Kleben, Abdichten, Reinigen oder Konservieren: Atemschutz sollte nicht nur beim Lackieren selbstverständlich sein. Denn gesundheitliche Folgen durch wiederholte Lösemittelbelastungen oder eine Sensibilisierung gegenüber Isocyanaten können langfristig bestehen bleiben.
Für einen wirksamen Schutz kommt es deshalb auf die richtige Auswahl, einen guten Sitz und die konsequente Anwendung des Atemschutzes an. Atemschutzlösungen von Dräger bieten verschiedene Schutzkonzepte für die Anforderungen des Fahrzeuglackierer-Handwerks und verbinden geprüfte Schutzwirkung mit einem hohen Tragekomfort.
Wer heute in passenden Atemschutz investiert, schafft damit eine wichtige Grundlage für gesundes Arbeiten – und dafür, auch morgen noch mit voller Lungenkraft durchstarten zu können.
Den passenden Atemschutz sowie den digitalen Produktberater finden Sie im Dräger-Onlineshop


