Sind E-Fuels der Kraftstoff der Zukunft?

FRANKFURT. Das Zeitalter des Verbrennungsmotors (ICE/Internal Combustion Engine) neigt sich dem Ende zu. Aber wird die Zukunft des Verkehrs von emissionsfreien Fahrzeugen dominiert?

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Der Einsatz von E-Fuels im Verkehrssektor ist ein kontroverses Thema, nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch in der Automobilindustrie. Die Meinungen zu diesen alternativen Kraftstoffen bleiben geteilt, wobei die Befürworter hoffen, dass synthetische Kraftstoffe über das vorgeschlagene EU-weite Verbot neuer ICE-Autos im Jahr 2035 hinaus verwendet werden können. E-Fuels sind eine synthetische Kopie von Kraftstoffen auf Erdölbasis und werden oft als nachhaltiger beworben. Werden dabei erneuerbare Energien genutzt, können E-Fuels als klimaneutral betrachtet werden. Befürworter betonen, dass E-Kraftstoffe dazu beitragen können, Emissionsreduktionsziele zu erreichen, da sie eine hohe Energiedichte aufweisen, leicht zu lagern sind und kostengünstig über lange Strecken transportiert werden können.

Nach den neuesten Zahlen des Verbands der europäischen Automobilhersteller (ACEA) waren im Jahr 2020 348,6 Millionen Pkw auf Europas Straßen unterwegs, mit einem durchschnittlichen Pkw-Alter von rund 12 Jahren. Nur 0,5% davon waren batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs), was bedeutet, dass 346,9 Millionen Fahrzeuge irgendeine Form von ICE-Antriebsstrang verwenden. Diese Fahrzeuge werden im Jahr 2035 nicht über Nacht verschwinden, und da die Fahrer mit potenziellen Engpässen bei der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge (EV) zu kämpfen haben, könnten sich viele dem Gebrauchtwagenmarkt zuwenden, um weiter zu fahren. Während sich die Automobilhersteller auf emissionsfreie Technologien konzentrieren, könnten Millionen von Fahrern dieser älteren Fahrzeuge durch den Einsatz von E-Fuels dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren.

Die Wirksamkeit von E-Fuels wird jedoch in Frage gestellt, nicht zuletzt wegen ihrer Wirtschaftlichkeit, knappen Verfügbarkeit und ihres hohen Energieverbrauchs. Transport und Environment (T&E) veröffentlichte die Ergebnisse seiner Forschung Ende letzten Jahres. Die Organisation stellte fest, dass E-Kraftstoffe so viele Stickoxide wie Standard-E10-Benzin, viel mehr Kohlenmonoxid und die doppelte Menge an Ammoniak emittieren. Der International Council on Clean Transportation (ICCT) wies auf die Ineffizienz synthetischer Kraftstoffe hin. Nach Angaben des Konzerns wird bestenfalls die Hälfte der bei der Produktion eingesetzten elektrischen Energie in flüssige oder gasförmige Kraftstoffe umgewandelt. Mit der Ineffizienz eines Verbrennungsmotors kann ein E-Fuel-Pfad nur 16% Wirkungsgrade erreichen.

Die Zukunft der synthetischen Kraftstoffe scheint also unentschieden zu sein, denn die Auseinandersetzungen über Angebot, Nachhaltigkeit und Potenzial gehen weiter.

Quelle: Autovista24